Einführung von RFID in der Kieler Stadtbücherei
Es gibt einen neuen Flyer der Stadt Kiel zur geplanten Einführung von RFID für Bücher in der Kieler Stadtbücherei. Wir haben da bisher keinen Ansatzpunkt konkreter Kritik außer grundsätzlicher Bedenken gegen RFID.
- Hier die RFIDKielStadtbücherei Broschüre (PDF).
Bedenkenswert bei RFID ist sicher ja auch, dass dadurch erhebliche Personaleinsparungen vorgenommen werden können. ver.di hat da prinzipiell eine Arbeitsgruppe.
Neuausrichtung des Blogs
Aufgrund verschiedener Entwicklungen im AK Vorrat Nord, habe ich mich entschieden dieses Blog nicht mehr im Rahmen desselben zu stellen. Der Fokus dieses Blogs ändert sich dabei kaum, da bisher auch nur die Kieler OG sich hier inhaltlich beteiligt hat. Der Fokus soll nun aber für ganz Schleswig-Holstein gelten – und auch nicht auf den AK Vorrat Kiel beschränkt bleiben.
Hierzu auch noch eine klare Ansage: Die Website unter ak-vorrat-nord.de ist keine offizielle Seite vom AK Vorrat oder AK Vorrat Nord! Der AK Vorrat Nord als loser Zusammenhang ist quasi gestorben. Die Arbeit geht weiter.
28.9. ‘Strange Culture’ Film in der Pumpe, Kiel
Im Rahmen des Filmfestivals Übermacht beteiligen wir uns am 28.9. an der Diskussion im Anschluss an den Film ‘Strange Culture’ in der Pumpe:
Strange Culture
Lynn Hershman Leeson. USA 2007. 75 Min. OmU
Steve Kurtz ist Performance-Künstler, seine Arbeit dreht sich um das Thema Biotechnologie. In der Terrorfurcht nach dem 11. September erregt er die Aufmerksamkeit des FBI. Der Verdacht: Bio-Terrorismus. Kurtz drohen 20 Jahre Haft für den Besitz von Bakterien, die jeder frei über das Internet bestellen kann. »Strange Culture/Fremdkulturen« ist Teil einer internationalen Aktion, mit der sich bekannte Künstler wie Tilda Swinton mit Kurtz solidarisieren. – Anschl. Gespräch mit AK Vorratsdatenspeicherung Kiel. Mo 28.
Infoflyer zum Film/Fall (PDF)
Veranstaltungshinweis: 3. September: Vortrag von Renate Hartwig in Kiel
Die kämpferische Autorin Renate Hartwig, die den Mut hat, für die Protestaktion am 13. 9. das Olympiastadion in München zu mieten, kommt nach Kiel und wird am 3.9. um 20 Uhr in der Rudolf Steiner Schule (Rendsburger Landstr. 129) einen Vortrag über ihre jüngsten Recherchen halten. Das Motto: Stopp den Ausverkauf unseres Gesundheitswesens an Heuschrecken-Investoren. Eintritt frei!
Doch Verwechslung
Dass das SO oder ähnlich kommen würde, wussten ja alle, die das Vorfeld der Planung zur Demo am 12.9. mitbekommen haben.
Nicht verwechseln!
Da gibt es viele Namen von Organisationen und Projekten, die herumschwirren. Hier einige, die man voneinander trennen sollte:
- Bündnis “Freiheit statt Angst” – www.freiheitstattangst.de - unscharfes Bündnis, das Großdemos unter gleichem Namen veranstaltet. Assoziiert mit dem AK Vorrat.
- Aktionsbündnis “Freiheit statt Angst” – www.aktion-freiheitstattangst.de – Abspaltung vom AK Vorrat von RCRF, Herr Fontes
- AK Vorrat = Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung – Ein Bündnis aus 50 Organisationen und auch die Summe der lokalen Ortsgruppen. Themenspektrum von A-Z – von Angst-Zensur, Kernthema ist die Vorratsdatenspeicherung
- AK Zensur = Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur – ak-zensur.de – Neugegründeter AK aus ähnlichen Leuten wie AK Vorrat mit Kernthema Zensur, wie der Namen schon sagt.
- AK Vorrat Nord = Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Nord – www.ak-vorrat-nord.de – Regionaler Zusammenschluss von einigen Ortsgruppen in Norddeutschland. Dieses Blog bezieht sich darauf.
- AK Daten = Arbeitskreis Grundrechte, informationelle Selbstbestimmung und Datenschutz – www.ak-daten.de – eigener Verein mit ähnlichen Themen wie der AK Vorrat.
Uff. Ne Menge Stoff. Aus meiner Sicht ja eine Menge Organisationen und Bündnisse die eine Menge Overhead produzieren. So hat der AK Zensur keine Ortsgruppen und kann somit nicht vor Ort aktiv werden (ausser Berlin oder mit Aufwand). Ich denke da wäre einiges an Reorganisation nötig, z.B.:
- themenunabhängig muss es möglich sein lokal zu mobilisieren und aktiv zu werden
- weniger zentrale Strukturen und mehr graswurzelbasierte Strukturen und Entscheidungen. Fähigkeit entwickeln schneller auf Ereignisse zu reagieren.
- Transparenz verbessern! Damit mehr Menschen sich beteiligen können und auch sehen, was getan wird.
Update: Um danz offenbar die Verwirrung noch auf die Spitze zu treiben gibt es jetzt noch etwas:
- Aktionsbüro des AK Vorratsdatenspeicherung - eingerichtet von der Humanistischen Union. Also nicht verwechseln mit dem Bündnis, dem Aktionsbündnis oder dem AK Vorrat selbst!?
Es wird Zeit für das “Bündnis des Tages”, wenn es so weitergeht….
Antwort zur Zensur vom SPD-Landesverband Schleswig-Holstein
Gestern kam die Antwort auf eine Nachricht von mir an den SPD-Landesverband herein, in der ich die schleswig-holsteinischen Bundestagsabgeordneten aufgeforderte hatte, gegen das Zensur-Gesetz zu stimmen. Wie sich herausstellte, stimmte aber aus SH lediglich Dr.Wodarg dagegen (dafür auch hier noch mal meine Anerkennung!).
Ich dokumentiere hier die Antwort:
Sehr geehrter Herr Pfennig,
vielen Dank für Ihre E-Mail vom 16. Juni.
Es ist wichtig, dass die Politik und die Politiker von den Bürgern kritisch beobachtet werden. Ich kann Ihnen aber versichern, dass es kein Gesetz zur allgemeinen Zensur geben wird. Jedenfalls nicht unter Beteiligung der SPD. Das Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie im Internet haben wir mitgetragen, weil es sich dabei um schwere Verbrechen handelt, die sozial-ethisch auf niedrigster Stufe stehen. Die Opfer werden immer jünger und das Vorgehen immer brutaler.
In den Verhandlungen über das Gesetz mit der CDU haben wir insbesondere folgende Regelungen
durchsetzen können:
- Verankerung des Subsidiaritätsprinzips – Löschen vor Sperren: Die Aufnahme in die Sperrliste des BKA erfolgt nur, so weit zulässige Maßnahmen, die auf eine Löschung der Internet-Seiten mit kinderpornografischen Inhalten abzielen, keinen Erfolg haben.
- Kontrolle der BKA-Liste und Rechtsschutzmöglichkeiten Betroffener: Beim Datenschutzbeauftragten des Bundes wird ein unabhängiges Gremium bestellt, dessen Mitglieder mehrheitlich die Befähigung zum Richteramt haben müssen. Das Gremium kontrolliert die BKA-Liste regelmäßig und kann sie jederzeit einsehen und korrigieren, soweit die Voraussetzungen für eine Sperrung nicht vorliegen. Es wird verankert, dass gegen die Aufnahme in die Sperrliste der Verwaltungsrechtsweg gegeben ist.
- Datenschutz: Das Gesetz dient ausschließlich der Prävention. Verkehrs- und Nutzungsdaten, die aufgrund der Zugangserschwerung bei der Umleitung auf die Stopp-Meldung anfallen, dürfen nicht für Zwecke der Strafverfolgung verwendet werden. Damit wird auch ausgeschlossen, dass sich durch Spam-Mails fehlgeleitete Nutzer/innen einem Ermittlungsverfahren ausgesetzt sehen könnten. Zudem ist keine Speicherung personenbezogener Daten bei den Internetprovidern mehr vorgesehen.
- Spezialgesetzliche Regelung mit Befristung: Zur eindeutigen Klarstellung, dass nur eine Sperrung von Internet-Seiten mit Kinderpornografie ermöglicht wird, nicht jedoch von anderen Inhalten, werden die wesentlichen Regelungen in einem neuen Zugangserschwerungsgesetz statt im Telemediengesetz verankert. Zudem tritt das Gesetz automatisch zum 31. Dezember 2012 außer Kraft, so dass in jedem Falle die vorgesehene Evaluation auszuwerten ist, auf deren Basis endgültig entschieden werden kann. Zusätzlich haben wir eine Bestimmung aufgenommen, die ausschließt, dass die neu geschaffene Infrastruktur zur Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche genutzt werden kann.
Mit diesen Änderungen setzen wir die wesentlichen Forderungen aus dem SPD-Vorstandsbeschluss vom 13. Juni 2009 um. Zudem tragen wir den Bedenken Rechnung, mit dem Gesetz würde eine Infrastruktur aufgebaut, die zu anderen Zwecken als der Sperrung kinderpornografischer Inhalte genutzt werden könnte. Dies wird
durch das Gesetz gerade ausgeschlossen. Ohne das Gesetz hingegen blieben die bereits abgeschlossenen Verträge zwischen BKA und Internetprovidern über Sperrmaßnahmen gültig. Damit würde ohnehin eine Infrastruktur aufgebaut, ohne dass es
einen hinreichenden Grundrechtsschutz und verfahrensrechtliche Sicherungen gäbe.Mit freundlichen Grüßen
Marieke Golze________________________________
SPD-Landesverband Schleswig-Holstein
Kleiner Kuhberg 28-30
24103 Kiel …
Also die bekannten Argumente, die zur Zeit überall gleichlautend in Antworten zu finden sind. Insbesondere dieses finde ich lustig:
“Ohne das Gesetz hingegen blieben die bereits abgeschlossenen Verträge zwischen BKA und Internetprovidern über Sperrmaßnahmen gültig. Damit würde ohnehin eine Infrastruktur aufgebaut, ohne dass es einen hinreichenden Grundrechtsschutz und verfahrensrechtliche Sicherungen gäbe.“
Vielleicht sollten wir dann auch gleich andere illegale Aktionen als solches legalisieren, weil es ansonsten ja dazu kommen könnte, das jemand etwas Illegales tut? Man legalisiert also im Nachhinein etwas, für das es keine rechtliche Absicherung gab. D.h. ohne das Gesetz wären diese Verträge schlicht grundgesetzwidrig. Es macht wohl keinen Sinn diesen Dialog weiterzuführen.
Was die SPD essentiell nicht versteht ist, dass es kein Zurück gibt nach diesem Einstieg in die Zensur – und dass sie nicht in der Situation sein wird, weitere Schritte zu verhindern. Zudem wie sollte es glaubhaft sein, dass sie nicht einer Verschärfung zustimmen, wenn sie dieses Gesetz mit derart fadenscheinligen Argumenten unterstützten. Sind da nicht die Argumente der Urheberrechtsindustrie sogar überzeugender, da man nun schon mal das Zensieren als Maßnahme akzeptiert hat? Und wie siehts aus mit unerwünschten Meinungen im Internet? Macht es nicht Sinn Leute wie uns auszublenden, die nur weiterer Willkür im Wege stehen? Ich sehe da keine Grenze mehr, wo ich sagen würde das die im Bundestag vertretenen Partein nicht auch diese überschreiten würden. Die GRÜNEN haben auch gezeigt, wie überzeugt sie von unseren Argumenten tatsächlich sind. Und Herr Westerwelle von der FDP war ebenfalls bei der Abstimmung nicht zugegen.
Es gibt auch in der Argumentation kein Zurück mehr – statt der Frage pro und kontra Zensurgesetz stellt sich jetzt eben die weitere Frage des Vertrauens derjenigen, die solche Gesetze verabschiedet haben. Wir können zumindest von der großen Lokalition nach Vorratsdatenspeicherung, EGK, Zensur u.a. nur weiteren Unsinn erwarten. Und daher kann es mit jenen auch keinen Dialog mehr geben, sondern nur noch Widerstand auf den verschiedensten Ebenen.
Mahnwache Löschen statt Sperren in Lübeck
Die Piratenpartei Kiel und Lübeck organisieren eine Mahnwache:
Samstag der 20.06.2009 ab 12:00 eine
Mahnwache: Löschen statt Sperren in Lübeck!
Mahnwache statt Infostand! Oder Anders: Infostand über Zensur anstelle eines Infostandes über Piraten.
- Ort: Breite Straße (Google Maps Link)
- Ansprechpartner: CWagner <http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:CWagner>
Material: Wir haben ein Transparent, Aufkleber für den Boden und
Grablichter (hoffentlich). Bringt mit was auch immer ihr denkt was
sinnvoll ist. Keine Musik, Lautsprecher o.ä. das ist uns verboten.
http://wiki.piratenpartei.de/Demo:_LoeschenStattSperren/Luebeck
Abstimmverhalten SPD-Abgeordnete aus Schleswig-Holstein
Hier die Liste der Sünder:
- Hans-Peter BARTELS: JA
- Dr. Michael BÜRSCH: JA
- Bettina HAGEDORN: JA
- Gabriele HILLER-OHM: JA
- Sönke RIX: JA
- Dr. Ernst Dieter ROSSMANN: JA
- Frank THÖNNES: JA
Dagegen gestimmt:
- Dr. Wolfgang Wodarg : NEIN
Herr Wodarg ist auch neben Jörg Tauss der einzige SPD-Kandidat, der dagegen gestimmt hat und verdient somit unseren Dank und Lob für die Courage. Auch oder gerade weil er eine Minderheitsmeinung vertrat!

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